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Suat Mertoğlu - Islamische Texte in okzidentalischen Sprachen Theologie

Suat Mertoğlu - Islamische Texte in okzidentalischen Sprachen

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GAZZALi „Ihya-u Ulumi`d- DIN احياء علوم الدين“

 Ulumud-din= Religionswissenschaft; Ihya= wiederbeleben, revitalisieren
 Gazzali`s Ziel war es, die Religionswissenschaften zu beleben, eine tiefe Bedeutung zu geben, eine Seel zu schenken. Beim gebet z.B soll man nicht nur die religiöse Pflicht sehen, sondern die tiefe Bedeutung und jede Bewegung und jeden Augenblick genießen
 Sein Werk besteht aus 40 Teilen (4 Hauptteile RUBU)

Sein 37. Buch Kitabu`n Niyya كتاب النية : DAS BUCH DER INTENTION
 El ihlas الاخلاص = (transitiv) rein machen; muhlisin= diejenigen, die ihre Aktivitäten nur u Allahs Willen wegen machen. Sie beabsichtigen nur den Willen Allahs und machen es um ihn in bester und schönster Weise zu dienen und seinen Wohlgefallen zu erlangen; HALIS= rein, pur. Die Übersetzung von Bauer lautet: „Lautere Religion“
 El Alimun العالمون= nicht nur Erkenntnis, sondern vielmehr tiefere Kenntnis!
Alle Handlungen müssen rein sein. Sie dürfen nur um Allahs Wohlgefallen erlangen zu wollen ausgeführt werden.
 Riya ريا= Augendienerei. Ist das Gegenteil von HALIS.
 FADILETÜ`N NIYYA فضيلة النية = wird wie folgt übersetzt: „ Vortrefflichkeit er Intention“, weil in anderen Ausgaben „تفصيلة الاعمال المتعلقين“ steht...

1. Die Vortrefflichkeit der Intention:
a) Im Koran wird für NIYYA-INTENTION auch andere Wörter benutzt
b) In Hadithen wird auf die reine Intention aufmerksam gemacht

- Hadith1 :
إنما الأعمال بالنيات و إنما لكل امرئ ما نوى
„Die Handlungen richten sich allein nach den Intentionen und jedem Mann kommt das zu, was er beabsichtigt“

- Hadith2:
„Von den Märtyrern meines Volkes sind die meisten in ihren Betten
gestorben, und Allah weiß, was mancher von denen, die zwischen den Schlachtreihen gefallen sind, für eine Absicht gehabt hat.“ (Ahmad)
 Die Intention reicht, auch wenn einer nicht die Ehre hat auf dem Schlachtfeld zu sterben, wird er als Märtyrer angesehen und so bewertet.
 Das Herz ist der Sitz der Intention. Allah guckt in unsere Herzen und weißt was vor sich geht

„Jeder Mensch wird auferweckt werden, entsprechend der Gesinnung, in der er verstorben ist“
يبعث كل عبد على مات عليه
- Wenn einer seiner Frau eine Mitgift zusagt, aber nicht die Absicht hat, diese auszuzahlen, der wird so behandelt, als er hätte er Zina- Unzucht betrieben…
- Wer sich parfümiert für Allah, der wird am jüngsten Tag lieblicher duften als Moschus…“
من طيب لله تعالى جاء يوم القيامة و ريحه اطيب من المسك
- Allahs Gnade ist entsprechend der guten Meinung und der guten Gesinnung der Menschen
- „Manche kleine Handlungen werden durch die Absicht groß, und manche große tat wird klein durch die Absicht“
- Jesus sagte: „ Selig das Auge, das einschläft und nicht auf etwas Böses gerichtet ist und das aufwacht zu keiner Sünde“
- Hasan Basri sagt: „ Wenn die Seligen ewig im Paradies bleiben und die Verdammten ewig in der Hölle schmoren, so geschieht das wegen ihrer Absichten“
انما خلد اهل الجنة في الجنة و اهل النار في النار بالنيات
- „Die Grundpfeiler der Handlungen sind also die Menschen. Die Handlung bedarf, um gut zu sein der Absicht, die Absicht hingegen ist an und für sich gut, auch wenn die Handlung wegen eines Hindernisses nicht zur Ausführung kommen kann.“
2. Wesen der Intention:
- Gazzali stellt dar, wie eine Handlung zustande kommt
Jedes Erkennen (ilm) und Tun (amel) umfasst ein Dreifaches sagt er:
a) Erkenntnis (ilm)
b) Willen ( irada)
c) Vermögen- Potentia ( Kudra)
-  Allah hat die Leitung (el- Hidaya) und die Erkenntnis geschaffen
- Die Kraft gehorcht also dem Willen, und der Wille folgt der jeweiligen Überzeugung und Erkenntnis

(1) IHLAS /  الاخلاص/ Reinheit
- Mit Bezug auf das bewegende Ziel
- Ist frei von der Beteiligung und der Einmischung eines anderen Zweckes
(2) MURAFAKA / المرافقة / Begleitschaft
- Es wirken zwei Moventia zusammen. Jedes reicht für sich aus
- Bsp. Ein Mann könnte einen Gegenstand alleine tragen, aber dennoch tragen es zwei
(3) MUSHARAKA / المشاركة / Genossenschaft
- Ist für sich alleine nicht imstande zu erledigen
- Bsp. Eine zu schwere Last (mindestens zwei müssen es tragen)
- Bsp2: Ein reicher Verwandter kommt und verlang nach einem Dirhem, er gibt ihm nichts, kommt ein Fremder armer, gibt er ihm auch nicht; kommt ein armer Verwandter, gibt er ihm Geld. Zwei Motive vereinen sich, die einzeln gesehen schwach sind und sich gemeinsam erst kompensieren
(4) MUAWANA / المعاونة / Unterstützung
- Eine der beiden Moventia ist reichend für sich alleine, das zweite hingegen nicht
- Ein Schwacher hilft einem Starken beim Tragen einer Last. Der Starke braucht es nicht, aber dennoch vereinfacht es seine Arbeit. Andersherum gesehen könnte der Schwache aber die Last alleine nicht tragen.

3. Über den eigentlichen Sinn des Ausspruches des Hochgebeneideteten: „Die Absicht des Gläubigen ist besser als sein Tun“.

- Jedes gottgefällige Werk besteht aus Absicht und Ausführung, dabei ist sowohl die Absicht als auch die Ausführung etwas Gutes.
- Generell ist aber die Absicht wichtiger als das Tun. Man kann das richtige beabsichtigen, aber das Falsche Tun. Dennoch wird dann nach der Intention gemessen.
- Wenn wir uns nun fragen, warum die Absicht wichtiger ist, als das Werk, kann man folgendes Beispiel geben (Metapher). Wenn man z.B sagt: „Brot ist besser als Obst“ Das kann nur einer verstehen, der weiß, dass damit die Gesundheit gemeint ist und nicht nur die Ernährungen. Jedes einzelne lebensmittle hat seine spezielle Wirkung. Nur wer das weiß, kann diesen Satz verstehen.  Die guten Werke sind Nahrung für die Seele. Das Ziel ist es, die Vereinigung mit Allah zu erzielen.  Nur diejenigen, die ihn ständig mit ZIKR andenken, wissen, wie es ist, mit Allah zusammen zu sein. Es entsteht durch Zikr eine Vertrautheit. Außerdem wird diese Vertrautheit durch die Erkenntnis durch fortwährendes Sichversenken (fikr) und die Liebe verstärkt. Das Herz muss von allem anderen frei sein, damit es mit Allah sein kann. Mann muss das Herz ständig trainieren und mit Allah- zikr, fikr und ibadat- füllen (gesunde Nahrung für den Herzen und die Seele)
- Wenn man schon zu Beginn einer Neigung schützt und sich den Folgen bewusst wird, kann man vom Schlechten viel schneller fernbleiben und das Herz nicht unnötig belasten.
- Die Sensibilisierung des Herzens erfolgt durch ZIKR und FIKR
 Zwischen dem Herzen und den Organen gibt es eine Beziehung (alaka). Die Organe sind die Projektionsflächen des Herzens...

Metapher: „ Das Herz ist der Hirte, der Emir, die Glieder verhalten sich wie die Dienerschaft- die Herde und das Gefolge. Die Glieder dienen also dem Herzen, um dessen Eigenschaft in ihm zu befestigen; das Herz ist das Ziel, die Glieder sind Mittel, die zum Ziele führen
Der Prophet sagt deswegen folgendes: „Es gibt im Körper ein Klümpchen, ist dieses gesund, so ist es dadurch auch der übriger Körper“
ألا وإن في الجسد مضغة إذا صلحت صلح الجسد كله وإذا فسدت فسد الجسد كله ألا وهى القلب
- Eine religiöse Handlung ohne Intention nennt man nichtig
- Um nicht in die Gefahr der Augendienerei (Riya) zu verlaufen, ist es richtig und richtig, dass die Absicht vor dem Werke steht...

4. inwiefern die verschiedenen Handlungen von der Absicht abhängen:

- man kann die Handlungen in 3 bestimmte Kategorien unterteilen: 


a) schlechte Handlungen:
- durch die Absicht ändert sich nicht die Stellung
- Wenn man etwas gutes beabsichtigt aber die Ausführung schlecht ist, gar HaRAM ist.
Beispiele:
 Wenn man über jemand Anderen redet, um sich zu profilieren
 Wenn man eine Schule oder eine Schule mit zu unrecht gewonnenem Geld erbaut
- Dies ist nicht zu akzeptieren, weil es wichtig ist, zu wissen, welche Handlungen schlecht sind und welche nicht. Es ist die Pflicht eines jeden Muslims,  nach Erkenntnis zu streben „Das Streben nach Erkenntnis ist eine Pflicht für jeden Muslim. Unkenntnis „CEHALE“ darf sich ein Muslim nicht leisten. Es ist die Pflicht eines jeden Muslims nach Wissen zu verlangen. „Es gibt keine größere Sünde gegen Allah d.A  als die Unkenntnis“ heißt es in einer Überlieferung. Noch schlimmer ist allerdings „die Unkenntnis der Unkenntnis“. ‘el cehlu bıl cehl“. Damit ist gemeint, dass jemand, der aus Unwissenheit etwas Gutes durch eine sündhafte Handlung zu reeichen sucht, nicht zu entschuldigen. Allah sagt im Koran hierzu, in Sure 16 Vers 45: „Fragt nur das Volk der Ermahnung, wenn ihr nicht im Klaren seid“
- Zusagen, dass man etwas nicht weiß, ist Unwissenheit. Es aber nicht einzusehen und zu denken, dass man das richtige weiß, ist fatal und schlimmer.
- „Der Unwissende hat keine Entschuldigung für seine Unwissenheit. Der Unwissende darf nicht bei seiner Unwissenheit schweigen und der Wissende nicht bei seinem Wissen“
- Es gibt Pseudogelehrte, die Menschen, die dafür nicht in fähig sind mit schlechtem Wissen belehren und sie negativ beeinflussen. Die Sünde solcher Pseudogelehrten geht auch noch nach seinem Tod weiter. Deswegen wird gesagt: „Wohl dem Manne, mit welchem, wenn er stirbt, auch seine Sünden sterben“- TUBA LIMEN ITHA MATE MATET MAAHU SUNUBEHU“
- Denen, die ihr Wissen nicht auf dem richtigen Weg einsetzen werden, darf man kein Wissen übermitteln, denn Wissen ist eine Waffe (Wissen ist Macht), in falschen Händen kann es fatale Folgen haben. Das wäre genau so absurd, als ob man einen Terroristen Waffen geben würde und dann später sagen würde „Ich hatte nur Gutes beabsichtigt“
- Auch das Wissen ist eine Macht, womit der Teufel und die feinde Gottes zu bekämpfen sind, manchmal aber werden dadurch die Feinde Gottes,d.h die bösen Neigungen untertützt.
- (من سن سنة حسنة فله أجرها وأجر من عمل بها إلى يوم القيامة
- Ahmet bin Hanbel lehnt es ab, einen Schüler, der eine Sünde begangen hat, weiterhin zu lehren. Er sagt: „Du eignest dich nicht dazu, die Wissenschaft zu tradieren“

b) Die guten Handlungen:
- Der Aufenthalt in der Moschee ist eine gute Tat, dabei ikann man auch diverse andre, tugendhafte Handlungen machen
1. Mukarrabun werden=“Wer in der Moschee weilt, der ist bei Gott zu besuch“
2. Von einem Gebetsoffizium zum nächsten warten. Dann zählt die gesamte Wartezeit als Gebet -  ITIKAF
3. TARAHHUB (Enthaltsamkeit)- AKSEKE: „Die ruhbaniyye meiner Gemeinde ist ist das Weilen in den Moscheen“
4. Husu-Tefekkür- Zurückgezogenheit= mit allen Sinnen sich auf Allah konzentrieren
5. ZIKIR
6. Emr bil maruf ve nehyu anil münker
7. Man soll seinen Bruder lehren, nur Allah zu lieben
8. Sünden meiden

c) Die erlaubten Handlungen:
- auch durch erlaubte Handlungen kann man entweder Gutes oder auch Schlechtes tun
- Jede tat ist wichtig, nichts ist unwichtig.
- Mit der richtigen Niyya (Intention) kann man alltägliche Sachen in gute Taten transformieren. Dies ist eine Gabe Allahs an die Menschen. Selbst das tägliche schlafen, aufstehen und zur Arbeit gehen, kann als IBADAT gezählt werden
- Muaz b. Cebel überliefert folgendes: „Der Mensch wird am jüngsten Tag über alles Rechenschaft abzulegen haben, sogar über das Schminken seiner Augen und das er ein Stückchen Erde mit seinen Fingern zerkrümelt und das Kleid seines Bruders berührt hat“
- Selbst das parfümieren kann zu eine Guten Tat oder Schlechten tat werden. „Wenn man sich für Allah parfümiert, z.B an Freitagen, dann bekommt man dafür Hasene, wenn man es macht, um andere zu imponieren, Frauen z.B, dann ist es keine gute Tat mehr“

Der Islam will, dass wir TASHIHU NIYYA machen, also unsere Intentionen rein machen.


 

 

 

TAFSİR
Vers 6:
وَإِنْ أَحَدٌ مِّنَ الْمُشْرِكِينَ اسْتَجَارَكَ فَأَجِرْهُ حَتَّى يَسْمَعَ كَلاَمَ اللّهِ ثُمَّ أَبْلِغْهُ مَأْمَنَهُ ذَلِكَ بِأَنَّهُمْ قَوْمٌ لاَّ يَعْلَمُونَ
Die Wichtigkeit des Nachbarn wird in mehreren Koranversen und insbesondere in den Hadithen hervorgehoben. Ein Muslim ist verpflichtet, seinem Nachbarn Gutes zu tun und zu wollen, solange er ihn nicht angreift. Das gilt auch in der Gesellschaft. Muslime müssen ihren Nicht-muslimischen Mitbürgern gegenüber tolerant sein und sie gut behandeln.
- Asad sagt: „ Im Islam steht ausdrücklich, dass man dem Nachbarn nach allen Kräften zu ehren und zu schützen hat“
Vers 7:
كَيْفَ يَكُونُ لِلْمُشْرِكِينَ عَهْدٌ عِندَ اللّهِ وَعِندَ رَسُولِهِ إِلاَّ الَّذِينَ عَاهَدتُّمْ عِندَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ فَمَا اسْتَقَامُواْ لَكُمْ فَاسْتَقِيمُواْ لَهُمْ إِنَّ اللّهَ يُحِبُّ الْمُتَّقِينَ
- Mit der Abmachung hier ist die HUDAYBIYA Abmachung gemeint

Vers 8:
كَيْفَ وَإِن يَظْهَرُوا عَلَيْكُمْ لاَ يَرْقُبُواْ فِيكُمْ إِلاًّ وَلاَ ذِمَّةً يُرْضُونَكُم بِأَفْوَاهِهِمْ وَتَأْبَى قُلُوبُهُمْ وَأَكْثَرُهُمْ فَاسِقُونَ
- فَاسِقُونَ = einer der dich aus dem Sirat al Mustakim bringt, vom richtigem Wege abbringt
- Eigentliche Bedeutung: Schändigung des Glaubens. Derjenige, der die kirchlichen Glaubensgrundsätze nicht umsetzt.
- DIMMA: Schutzbündnis- Für Muslime, vor allem für Araber ist es oberste Priorität, sein Versprechen einzuhalten. Frevler allerdings halten sich nicht daran. „ Sie hatten keinen Sinn für moralische Verantwortung und zögerten nicht, ethische Grenzwerte zu übertreten“
- Muslime achten sehr auf dieses ethische Prinzip. Es ist oberste Priorität in der islamischen Ethik
- Wir erkennen wieder hier, dass diese Sure generell die Beziehungen der Muslime mit den Ungläubigen klärt. Zuvor hatten die Muslime keinen eigenen Staat, nach der Emigration nach Medina, wurde dort sofort der erste muslimische Staat gegründet. Jeder Staat braucht eine Verfassung, bestimmte Richtlinien, welches der Koran ist und vorgibt. Außerdem gibt diese Sure auch bestimmte Verhaltensmuster und Vorgaben für eine Funktionierende und pluralistische Gesellschaft. Zwischenmenschliche Interaktionen sind immens wichtig. Der Islam ist eine vollkommende Religion. Der Prophet Mohammed hat mit seinem Leben, als der lebende Koran, uns, der Umma aufgezeigt, wie man sich in allen Lebenslagen zu verhalten hat. Denn der Prophet ist ein Vorbild in allen Belangen. Er hat uns gezeigt, wie ein Vater zu seinem Sohn, ein Ehemann zu seiner Ehefrau, Ein Sohn  zu seinen Eltern, ein Neffe zu seinem Onkel, ein Lehrer zu seinem Schüler und ein Schüler zu seinem Lehre, ein Staatsoberhaupt zu seinen Gefolgen und seinen Verbündeten, wie ein Bruder zu seinem Bruder und ein Mensch zu einem anderen Menschen sich zu verhalten hat!

Vers 9, 10 und 11:

Ein Muslim darf nicht nachtragend sein. Er muss auch vergeben können. Im Vers wird gesagt: „Und wenn sie sich reuevoll zeigen“ muss man ihnen verzeihen. Man muss die Vergangenheit vergessen können
- Deswegen gibt es ein generelles Prinzip im Islam „Der Islam (in anderen Überlieferungen auch die Reue) löscht alles was zuvor gewesen ist“ Ergo wenn man den Islam annimmt, sich reuevoll zeigt, fängt man ein neues Kapitel an. Ein unbeschriebenes, weißes Blatt Papier  الاسلام يجب ما قبله
- Der Islam bringt ein neues Verständnis der Brüderschaft, die es vorher nicht gab. Solidarität, Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit und gemeinsame Praktizierung von gebeten wird eine starker und einheitliche Gesellschaft geformt!
- Diese Brüderschaft ist eine der weltlichen Vorteile des Islams, die den Götzendienern zuvor unbekannt waren.
- Gemeinsames Praktizieren ist wichtig für das WIR- Gefühl innerhalb einer Gesellschaft. Ein Muslim muss sein Muslim sein irgendwie auch beweisen können und das geht nur mit AMAL. Amal lässt sich innerhalb der Gemeinde durch Teilhabe manifestieren. Denn es gibt folgendes Prinzip im Islam (in der islamischen Jurisprudenz: „Wir urteilen nur nach dem Gesehenen- was wir sehen können. Was wir nicht sehen können, weiß Allah.“
نحن نحكم بالظواهر و الله اعلم بالسراءر
- „Was in den Herzen verborgen ist, weiß nur Allah“
- „Und wie können Brüder einander besser kennenlernen, als bei der Verrichtung der Gebete in den Moscheen und wenn sie untereinander Trost spenden, indem sie einander mit Geld und anderen Dingen helfen

Vers 14:
قَاتِلُوهُمْ يُعَذِّبْهُمُ اللّهُ بِأَيْدِيكُمْ وَيُخْزِهِمْ وَيَنصُرْكُمْ عَلَيْهِمْ وَيَشْفِ صُدُورَ قَوْمٍ مُّؤْمِنِينَ

- “Er verwirklicht seinen Plan, sobald die Zeit dafür reif ist” Daryabadi
- Dieser Vers zeigt die Vorgehensweise für die Muslime auf. Es sind Anordnungen für die muslimische Gesellschaft, die sich neu formiert.
- Krieg gehört auch zum Ernst des Lebens dazu. Es ist sicherlich keine gute Sache, aber sie ist leider auch nicht unausweichlich und gehört zum Leben dazu. Deswegen ist es wichtig auch dies bezüglich bestimmte Regulierungen zu haben. Der Islam bietet auch hierzu Richtlinien, die eingehalten werden müssen. Es gibt sogenannte “Kitabu`s´Siyer” in denen die Kriegsrechte dargestellt werden. Die Muslime waren immer diejenigen, die Kriege mit ANSTAND geführt haben. Keine Folterzüge, in denen Menschen ausgebeutet,  Städte niedergebrannt wurden. Der Prophet Mohammed ist eine aktiver Prophet der auch selber an der Front mit gekämpft hat. Er hat der Umma gezeigt, wie man einen unausweichlichen Krieg mit ANSTAND führt.
- “Anstatt den Kopf in Sand zu stecken, sollte man der Realität ins Auge sehen” und die Relität ist, dass es auf der Welt Kriege gibt.


Vers 17:

مَا كَانَ لِلْمُشْرِكِينَ أَن يَعْمُرُواْ مَسَاجِدَ الله شَاهِدِينَ عَلَى أَنفُسِهِمْ بِالْكُفْرِ أُوْلَئِكَ حَبِطَتْ أَعْمَالُهُمْ وَفِي النَّارِ هُمْ خَالِدُونَ
Es ist nicht an den Beigesellenden, dass sie die Niederwerfungsstätten Allahs erhalten, sie sind Bezeugende gegen ihre Seelen im Unglauben. Diese sind es, deren Werke wertlos geworden sind, und im Feuer sind sie Verbleibende.

 Wichtig hierbei ist folgendes Verb: عمر= hüten, instandhalten. In Bezug auf Moscheen bedeutet es:

1. Bauen, instantsetzen
2. Im würdigem Zustand erhalten, pflegen
3. Sie zu Gebet und Gottesdienst besuchen
4. Sie mit Leben und Aktivität füllen

Das letztere ist das, was eher passt. Es ist nicht wichtig, Moscheen zu erbauen, wenn man sie nicht mit Spiritualität füllt und in ihnen betet. Deswegen wird hier darauf aufmerksam gemacht, dass es wichtig ist, die Gebetshäuser Allahs mit IBADAT zu füllen.

Wenn die Intention (Niyya) nicht rein (halis) ist, dann sind alle Bemühungen umsonst. Die Gotteshäuser können nur auf der Basis des reinen Monotheismus erhalten werden. Dabei ist der Zustand des Herzens sehr wichtig. Jede Handlung muss frei von Augendienerei (riya), Gottesbeigesellung (Schirk), falscher Intention und Selbstprofit sein.
Dies wird in Vers 18 verdeutlicht. Nur diejenigen, die Allah wirklich fürchten, ihre Pflichtabgaben entrichten und das gebet anständig mit Herz und Seele verrichten, können sich den Moscheen widmen und sie IHYA (beleben).

Vers 18:
إِنَّمَا يَعْمُرُ مَسَاجِدَ اللّهِ مَنْ آمَنَ بِاللّهِ وَالْيَوْمِ الآخِرِ وَأَقَامَ الصَّلاَةَ وَآتَى الزَّكَاةَ وَلَمْ يَخْشَ إِلاَّ اللّهَ فَعَسَى أُوْلَئِكَ أَن يَكُونُواْ مِنَ الْمُهْتَدِينَ
„Wahrlich, der allein vermag die Erhaltung der Niederwerfungsstätten Allahs vorzunehmen, der überzeugt ist von Allah und dem letzten Tag und das Ritualgebet verrichtet und die Läuterungsgabe zukommen ließ und keinen fürchtet außer Allah. Denn es ist von diesen zu vermuten, dass sie unter den rechten Weg Findendenden sind“

Aufrichtige Gläubige sind diejenigen, die an Allah und das zukünftige Leben glauben und sich dementsprechend verhalten (IHSAN- bei allem was sie tun Allah zu spüren, denken und wissen, dass Allah alles sieht)

Vers 19:
أَجَعَلْتُمْ سِقَايَةَ الْحَاجِّ وَعِمَارَةَ الْمَسْجِدِ الْحَرَامِ كَمَنْ آمَنَ بِاللّهِ وَالْيَوْمِ الآخِرِ وَجَاهَدَ فِي سَبِيلِ اللّهِ لاَ يَسْتَوُونَ عِندَ اللّهِ وَاللّهُ لاَ يَهْدِي الْقَوْمَ الظَّالِمِينَ

„Errichtet ihr Tränkung der Pilger und Erhaltung der unantastbaren Niederwerfungsstätte dessen gleichsetzen, der überzeugt ist von Allah und dem letzten Tag glaubt und sich auf Allahs Weg anstrengt? Vor Allah sind sie nicht ebenbürtig. Und Allah leitet nicht das Volk der Unterdrücker.“

الظلم  وضع الشيء في غير محله
 eine Sache nicht adäquat machen, „eine Sache nicht an seinen Platz legen“
 العدل- Gerechtigkeit ist das Gegenteil. Es bedeutet, alles adäquat zu machen, alles an sein Platzt legen
 IHSAN ist höher angesetzt als Adl. Allah ermöglicht seinen Knechten einiges.

Im Koran Sure Lokman Vers 13 heißt es:
إِنَّ الشِّرْكَ لَظُلْمٌ عَظِيمٌ
Wahrlich die Teilhaberschaft ist grandiose Unterdrückung.

- Vor dem Hintergrund der Definition von ZULM bedeutet dieser Vers, dass man den Glauben falsch festsetzt, nicht der FITRA adäquat handelt und nicht an Allah, sondern an etwas anderem glaubt.
- Die Taten kommen nach dem Glauben. Zunächst einmal muss man an das richtig, richtig glauben. Es wird berichtet, dass einige der Prophetengefährten um einige freiwillige Taten beworben haben. Einige sagten, dass sie gerne den Pilgern Wasser schenken würden, und andere wiederum sagten, sie würden gerne die Verantwortung für die Ka`ba übernehmen. Daraufhin wurde dieser Vers herabgesandt. Asad sagt: „Es scheint daher, dass hier gemeint ist, der Glaube an Gott und der Einsatz für seine Sache sei wertvoller im Vergleich zu Handlungen, die, wie verdienstvoll sie auch sein mögen, sich nur mit äußeren Formen befassen: der unermesslich höhere Wert wirklicher Hingabe an Gott gegenüber bloßem Ritual.“

Vers 20:
الَّذِينَ آمَنُواْ وَهَاجَرُواْ وَجَاهَدُواْ فِي سَبِيلِ اللّهِ بِأَمْوَالِهِمْ وَأَنفُسِهِمْ أَعْظَمُ دَرَجَةً عِندَ اللّهِ وَأُوْلَئِكَ هُمُ الْفَائِزُونَ
„Diejenigen, die überzeugt sind und auswandern und mit ihrem Gut und ihrem Blut sich auf Allahs Weg anstrengen, nehmen grandioseste Rangstufe bei Allah ein; und diese, sie sind die gewinnen werden.“

 sich auf Allahs Weg anstrengen= hierzu sagt Yusuf Ali folgendes: „Dies ist eine Veranschaulichung des Begriffes GIHAD. Er kann Kampf für Gottes Sache als eine Art Selbstaufopferung erfordern. Im Wesentlichen jedoch besteht er aus 1. Einem aufrichtigen Glauben, der den Blick so auf Gott richtet, dass alle egoistischen und irdischen Interessen gering erscheinen und verschwinden, 2. Ernsthaftem und beständigem Streben und Handeln, einschließlich- wenn es notwendig wird- der Aufopferung von Leben und Eigentum für Gottes Sache, Bloßer Kampf und Gewaltanwendung um ihrer selbst willen sind dem Geist des echten GIHAD genau entgegengesetzt, wohingegen die Feder des gelehrten, die Stimme des Predigers oder die Spende des Reichen vielleicht den wertvollsten Beitrag leisten können“

Vers 21-22

Ihr Herr verheißt ihnen Gnade von ihm und Zufriedenheit und Gärten, in deren ewiger Wonne sie sein werden
Sie sind darin ewig Verbleibende. Wahrlich, bei Allah ist grandiose Lohn.

 Das Bewusstsein von Gottes Wohlgefallen hebt die Seele über sich selbst hinaus. Der Zustand ständiger geistiger Sicherheit wird als Garten höchster Glückseligkeit dargestellt. Das Höchste ist Gottes Anwesenheit oder sein

Vers 23:
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُواْ لاَ تَتَّخِذُواْ آبَاءكُمْ وَإِخْوَانَكُمْ أَوْلِيَاء إَنِ اسْتَحَبُّواْ الْكُفْرَ عَلَى الإِيمَانِ وَمَن يَتَوَلَّهُم مِّنكُمْ فَأُوْلَئِكَ هُمُ الظَّالِمُونَ
Oh ihr diejenigen, die überzeugt sind, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Beschützern, falls sie den Unglauben lieber haben als die Überzeugung. Und jene von euch, die sie zu Beschützern nehmen denn diese, sie sind die Unterdrücker.

 Der Begriff WALAYA ist sehr zentral. Es bedeutet Freundschaft, Bündnis. Wenn diese Freundschaft, Bündnis und Loyalität als Hindernis für die Erfüllung der islamischen Pflichten erweist, dann ist dies nicht zu akzeptieren.


Vers 24:
قُلْ إِن كَانَ آبَاؤُكُمْ وَأَبْنَآؤُكُمْ وَإِخْوَانُكُمْ وَأَزْوَاجُكُمْ وَعَشِيرَتُكُمْ وَأَمْوَالٌ اقْتَرَفْتُمُوهَا وَتِجَارَةٌ تَخْشَوْنَ كَسَادَهَا وَمَسَاكِنُ تَرْضَوْنَهَا أَحَبَّ إِلَيْكُم مِّنَ اللّهِ وَرَسُولِهِ وَجِهَادٍ فِي سَبِيلِهِ فَتَرَبَّصُواْ حَتَّى يَأْتِيَ اللّهُ بِأَمْرِهِ وَاللّهُ لاَ يَهْدِي الْقَوْمَ الْفَاسِقِينَ
Sprich: Falls eure Väter und eure Kinder und eure Geschwister und eure Partnerinnen und eure Gesellen und das Vermögen, das ihr euch erworben habt, und der Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet, und Ruhestätten, mit denen ihr zufrieden, euch lieber sind als Allah und sein Gesandter und Anstrengen auf seinem Weg, dann wartet, bis Allah sein Gebot kommen lässt; und Allah leitet nicht die Ungehorsamen.

 Nichts ist und sollte wichtiger sein als Allah. Alles was wir besitzen, besitzen nur, weil es uns Allah gegeben hat. Ein Muslim muss sich dessen bewusst werden und nicht dem Materialismus zum Opfer fallen.
Denn Allah ist derjenige, der uns immer beschützt und uns den richtigen Weg aufzeigt- siehe Vers 25
 الْفَاسِقِينَ = sittlich nicht einwandfrei. Einer, der öffentlich eine Straftat begeht.
 Solange man seine Familie, sein Hab und Gut nicht für die Sache Allahs aufopfert, kann man sich kein wirklicher, aufrichtiger Muslim nennen
 Wartet auf Allah’s EMR= Sowohl im Diesseits, als auch im Jenseits wird eine Strafe kommen, die nicht zu verhindern ist
 Hier gibt es eine neue, zuvor noch nie gesehene Situation für die Muslime. Bei der Hunain Schlacht sind die Muslime zum ersten Mal in Überzahl. Dies führt dazu, dass einige in Hochmut und Übermut verfallen und die Gegner unterschätzen (Die Gegner hatten zumal auch den Vorteil, gar vergessen, dass Allah ihnen immer geholfen hatte und sie nur mit Allahs Hilfe die Kriege zuvor gewonnen hatten
 Sich von Allah unabhängig fühlen ist Schirk (Gottesbeigeselung)


Der Heilige Krieg: sacrum bellum

- Heiliger Krieg wird öfter falsch übersetzt. Es wird gesagt, dass Dschihad, religös motivierte Kriegsführung gegen Anhänger anderer Religionen sei. Doch Dschihad hat mehrere Bedeutungen.
a) Anstregung jeglicher Art auf Gottes Wege
b) Sufis sagen: “ Kampf gegen den eigenen Schweinehund
c) ..
- Es gab auch einige im Mittelalter, die den Dschihad als sechste Säule des Islam gesehen haben
- Man darf nicht vergessen, dass es das Verstädnis vom Heiligem Krieg auch in anderen religionen gibt. Sacrum bellum! Nicht von daher sind die Kreuzzüge durchgeführt worden
- Einige Koranverse werden aus ihrem Kontext gerissen und seprat behandelt, welches ein fataler Fehler. Der Koran ist ein Großes Ganzes. Dies darf man auch nicht bei der Bibel machen. Dort sagt nämlich Jesus, dass er nicht nur gekommen sei, um Liebe zu bringen, sondern das Schwert. So heißt es im Matthäus Evangelium 10:34:

34 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. (Lukas 12.51-53) 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. 36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. (Micha 7.6)
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. (5. Mose 13.7-12) (5. Mose 33.9) (Lukas 14.26-27) 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert. (Matthäus 16.24-25) 39 Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden. (Lukas 9.24)


- Der erste Vers, der den Muslimen zum Dschihad befiehlt ist folgender: 22/39
أُذِنَ لِلَّذِينَ يُقَاتَلُونَ بِأَنَّهُمْ ظُلِمُوا وَإِنَّ اللَّهَ عَلَى نَصْرِهِمْ لَقَدِيرٌ
„Die Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah´und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen“
- Danach kam folgender Vers: 2:190:
وَقَاتِلُوا فِي سَبِيلِ اللَّهِ الَّذِينَ يُقَاتِلُونَكُمْ وَلَا تَعْتَدُوا ۚ إِنَّ اللَّهَ لَا يُحِبُّ الْمُعْتَدِينَ
“Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht...”

- Erst dann kommt 2:91:
„Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo immer sie euch vertrieben haben, wenn die Verführung zum Unglauben ist schlimmer als das Töten…“

- Später wird das Verbot des Angriffskrieges mit folgender Offenbarung verfestigt und untermauert: 4:90
إِلاَّ الَّذِينَ يَصِلُونَ إِلَىَ قَوْمٍ بَيْنَكُمْ وَبَيْنَهُم مِّيثَاقٌ أَوْ جَآؤُوكُمْ حَصِرَتْ صُدُورُهُمْ أَن يُقَاتِلُوكُمْ أَوْ يُقَاتِلُواْ قَوْمَهُمْ وَلَوْ شَاء اللّهُ لَسَلَّطَهُمْ عَلَيْكُمْ فَلَقَاتَلُوكُمْ فَإِنِ اعْتَزَلُوكُمْ فَلَمْ يُقَاتِلُوكُمْ وَأَلْقَوْاْ إِلَيْكُمُ السَّلَمَ فَمَا جَعَلَ اللّهُ لَكُمْ عَلَيْهِمْ سَبِيلاً
“Und wenn Allah es gewollt hätte, hätter Er ihnen Macht über euch geben können; dann hätten sie sicherlich gegen euch gekämpft. Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht gegen euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten, dann hat Allah euch keinen Grund gegen sie gegeben.”

- 60:8
لَا يَنْهَاكُمُ اللَّهُ عَنِ الَّذِينَ لَمْ يُقَاتِلُوكُمْ فِي الدِّينِ وَلَمْ يُخْرِجُوكُم مِّن دِيَارِكُمْ أَن تَبَرُّوهُمْ وَتُقْسِطُوا إِلَيْهِمْ إِنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الْمُقْسِطِينَ
„Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus den Heimatstätten vertrieben haben, gütig zu sein…“

Dieser Vers ist gegen das pauschale Denken der Muslime, die denken, dass dadurch alle Ungläubigen bekämpft werden müssen.
Grundsätzlich gibt es eine Friedenspflicht und Missbilligung des Angriffskrieges. Absurd ist die Vorstellung von einigen Wissenschaftlern, die Vocking, der behauptet, dass der Koran die Muslime dazu auffordere, ständig mit messer und Waffen auf Hetzjagd zu gehen.
„Absurd ist die Vorstellung, dass der Koran, der die Individualbekehrung zum Islam mit Gewalt ablehnt(2:256), die Massenbekehrung mittels Krieg anstrebe“

Justum bellum:
Sacrum bellum:
Ius ad bellum:
Ius in bello:

Die Muslime werden durch gezielte Fragen bezüglich dieses Themas marginalisiert, sie werden in ihre Schranken zurückgewiesen. Doch das ist keine richtige Haltung….

 


Christentum in islamischer Sicht – Murat Hoffmann

 Für einen Muslim schickt es sich auch beim Namen Jesu einen Segenswunsch auszusprechen
 Der İslam versteht sich als abrahamitische Religion = baut also auf den Kern der Offenbarung auf -> Der İslam hat keinen Asolutheitsanspruch im Sinne der Kirche!
 Paul Schwarzenhaus : der Koran ist eine religionsökumenische Offenbarung (sure 3/84)
 Die Gültigkeit ergibt sich aus dem Religionsvergleich
 die monotheistischen Religionen sind untereinander verwandt
 Jesus ist ein Prophet Gottes, er hat laut islamischer Theologen auch den Propheten angekündigt ( Paraklit )
 Über Jesus wird im Koran berichtet dass er Kranke heilen kann. (3:49)
Das Wort وَالْاَبْرَصَ wird hier mit ‚Aussaetziger’ übersetzt
 Jesus: - nicht durch Zeugung sondern durch göttlichen Schöpfungsakt erschaffen
- wunder wirkend
- von Gott inspiriert
- in jüdischer Tradition stehend
- nicht als praeexistentiellen und konsubstiantellen ‚Sohn Gottes’ sondern seinen Diener und Knecht
 Der Koran lehnt eine trinitaere Vorstellung ab
Darunter auch eine faktische Vergötterung Marias. ( 21:91 / 4:171)
 Der Koran bestaetigt eine Himmelfahrt Jesu , jedoch ohne Kreuzigung

Wie ist die Leugnung der Gottesnatur Jesu und die Leugnung der Trinitaet zu sehen ?

 Es gibt einige christlichen Vertreter, die dem İslam in dieser Beziehung sehr nahe stehen: 

 Der heilige Geist wird in der christlichen Glaubenswirklichkeit noch kaum wahrgenommen
 Die Person Jesu ist ein intellektuelles Konstrukt aus platonischen und gnostischen Vorstellungen (aegyptische Vorstellung von İSİS;OSİRİS; RA / Platons GOTT; DEMİURG; LOGOS / Plotins oder Proklus’ Vorstellung von EXİSTENZ; VERNUNFT; SEELE) auch die ersten Verse ‚am Anfang war das Wort , und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort...’, deuten daraufhin
 Die dritte göttliche Person entstand durch interpretative Übersetzung des Wortes ‚Tröster’ zu ‚Geist’. Letztendlich also ‚heiliger Geist’.

 doch: ‚logos’ oder ‚geist’ im Neuen Testament sind etwas anderes als eine Person.
 Jesus aussert sich nicht zur Trinitaet er geht von einem jüdischen Gottesbild aus (genauso wie die Judenchristen) doch trotzdem hat das Konzil von Nicaa trotz der gesamten frühchristlichen Literatur (!) die trinitaet konstitutionell festgelegt!

 Alle aeltesten Manuskripte des Neuen Testamentes wurden erst nach diesem Konzil zusammengestellt -> Karlheinz Dreschner bezeichnet dies als ‚Kriminalgeschichte des Christentums’ -> also eine muslimische Auffassung vom gefaelschten Glauben!
 Diverse Kontroverse, Widersprüche in den Quellen und die bedürftige historische Dokumentation laesst die christliche Geschichte von Jesus bezweifeln ( wurde er überhaupt gekreuzigt? )
 Die İnkarnation Jesu ist noch dürftiger in der Beweislage:
- im Neuen Testament findet sich keine Aussage von Jesus, die auf seine Gottesnatur hinweisen könnte
im Gegenteil: ‚İch fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott’ (20,17)
- ‚Vater’ und ‚Sohn’ deuten nur auf die Beziehung zu Gott, so wie auch in anderen Religionen


 Vor diesem Hintergrund unterscheiden wir 4 Christologien voneinander:

1. Jesus = Gott ist , also antropomorphische Gottesvorstellung (in der Landbevölkerung z.B)
2. Jesus als anrührender Mensch , v.a im evangelischen Bereich
3. Jesus als völlige İnkarnation Gottes, mit Hilfe von mythologie und Mystik
4. Hans Küngs Vorstellung: Jesus wird nochmals definiert, ohne erzwungene İnterpretation sondern durch Konfrontation mit dem Text:
Das Ergebnis also: Trinitaet => wird zu ‚Gottes Offenbarung in Jesus Christus durch den Geist’
Trinitaere Vorstellung ist weit entfernt von der Vorstellung des Neuen Testaments
 Muslime sind also laut dieser Christologie die besseren Christen, denn diese Auffassung von Jesus ist im Koran enthalten.

Hoffmann: Warum glauben diese Vetreter des Christentums dann noch an den christlichen Glauben?
Die Antwort = wegen dem Aspekt der Heilsbringung und der Passion Christi:
 Der İslam lehnt die Erbsünde ab, da sie deterministisch ist, einer gottmisslungenen Schöpfung ausgeht. Sie widerspricht auch dem Koran, denn niemand kann die Sünde eines anderen tragen
 İslam lehnt die Theologie vom Opfertod ab: es braucht keine zweite Instanz um die Menschen zu erlösen, Gott ist allmaechtig! -> Opfertod Gottes gegen die  ihm rebellierende Menschheit  = Blasphemie
 Laut İslam wurde Jesus gar nicht getötet sondern zum Himmel erhoben (3:55)

Diese Unterschiede zeigen wie wichtig der interreligiöse Dialog ist!
• Christen: sollten den Gedanken extra ecclesiam nulla salus = kein Heil ausserhalb der Kirche verwerfen
• Muslime: sollten die Christen wegen ihres verwaesserten Monotheismus’ nicht als Polytheisten bezeichnen
 laut Hans Küng sind dem interreligiösen Dialog Grenzen gesetzt da von allen Seiten Positionen da sind die schlichtweg nicht negoziabel sind! :

1. Für Christen = der Gottessohn
2. Für Muslime = der Koran
3. Für Juden = das Auserwaehlte Volk

Eine theologische Versöhnung ist nur dann denkbar, wenn die massgebliche Christenheit zu einem Küngschen Verstaendnis des Christentums gekommen ist und den Koran als heilige Schrift akzeptiert.
Doch das heisst nicht dass die Begegnung auf menschlicher Ebene sinnlos ist. Zum besseren Zusammenleben sind solch kleine Schritte notwendig.
Denn, „Das Muslime zum Christentum nicht zu bekehren sind, ist allseits bekannt.“

 

 

Vize... 2013

suat_mertoglu_bati_dillerinde_.._almanca.docx

~~İslamische Texte in okzidentalischen Sprachen (İslamische Texte auf Deutsch)

 Die generelle Problematik beim Übersetzen islamischer Begriffe und insbesondere bei Koranübersetzungen besteht darin, dass die Begriffe (kavramlar) jeweils in ihrem sozio-kulturellen Kontext (Umfeld) ihre spezifischen Bedeutungen bekommen. Die Konotationen mit den Begriffen ist unterschiedlich, ergo ist dies ein sehr heikles und vehement wichtiges Anliegen, welches berücksichtigt werden muss
 Wie übersetzt man ALLAH ins Deutsche? Hierzu gibt es verschiedene Ansätze:
- Einige übersetzen Allah ins Deutsche mit GOTT (ohne Artikel) und übersetzen ILAH, MABUD mit „der Gott“  (mit Artikel)
- Einige übersetzen es nicht. Allah ist auch im Deutschen ALLAH
- Einige übersetzen es mit Gott, erklären es jedoch ausführlich, wie es verstanden werden soll
Warum kann man Allah nicht einfach ins Deutsche mit GOTT übersetzen (ob mit Artikel oder ohne)?
- Das Gottesverständnis (Verständnis des Schöpfers und der metaphysischen Kraft, ALLAH) ist in jeder Kultur anders. Insbesondere zwischen dem Gottesverständnis der Christen und Muslime gibt es Unterschiede.
- Im Christentum gibt es die Trinität, die Dreieinigkeit. Christliche Theologen sagen zwar, dass dies keineswegs ein polytheistischer Gedanke sei. Hier sei nicht die Rede von drei verschiedene Gottheiten, sondern die verschiedene Instanzen des einen Gottes
- Im Islam ist so eine Vorstellung absolut nicht vorstellbar. Allah wird wie folgt definiert:
الله اسم مستجمع لجميع الصفات الجمالية و الجلالية

Im Türkischen gibt es diese Probleme der Übersetzung nicht (nicht in dieser Form). Die Türken haben recht früh den Islam angenommen und der Glaube hat sich in der Kultur und im Sprachgebrauch festgesetzt. Die islamischen Begriffe haben sich fest verankert. Im Deutschen allerdings ist die Situation anders. Damit sich die islamischen Begriffe einbürgern können, braucht es noch ein wenig Zeit. Die koranischen Begriffe müssen peu a peu in den alltäglichen Sprachgebrauch einnisten und ständig involviert werden

 „Für ein islamisches Deutsch“ muss sich eingesetzt werden. Deutsch kann durch ständiges hantieren und benutzen der Wörter innerhalb der Bevölkerung zu einer islamischen Sprache transformiert werden... (so wie es im Türkischen auch gemacht wurde)
 Denn auch der Koran hat es mit der Arabischen Sprache gemacht. Nach der Offenbarung änderten sich einige Begriffe und Gebräuche.
  Bsp:  الصلاةSALAT, bedeutete in der Dschahiliyya (Cahiliye) Bittgebet, nach der Offenbarung= das tägliche Gebet;
oder  الزكاةZAKAT, in der Dschahiliyya (Cahiliye)= reinigen, säubern; nach der Offenbarung= Almosensteuer

 1143 gab es die erste Übersetzung des Korans ins Lateinische. 
- Der Engländer Robert von Ketton regte  Abt Petrus Venerabilis 1143 dazu an, eine Übersetzung des Korans anzufertigen

 Die Bibel wurde  im 16. Jahrhundert durch Martin Luther ins Deutsche übersetzt.   Mit seiner Übersetzung prägte er die deutsche Sprache und den Sprachgebrauch der Deutschen über Jahrhunderte hinweg. Luthers linguistisches Anliegen formulierte er so: "Man muß die Mutter im Haus, die Kin der auf den Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden und danach dolmetschen; so verstehen sie es denn und merken, dass man deutsch mit ihnen redet."
 Bei den ersten Übersetzungsversuchen des Korans ins Lateinische, hat man dem Koran folgenden Namen gegeben: „Die Türkische Bibel“ (hier kann man sehen, wie der Islam mit den Türken assoziiert wurde)
 Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Koran und andere islamische Werke durch Orientalisten übersetzt, bearbeitet und interpretiert. Deswegen ist das 19. Und 20. Jahrhundert das Goldene Zeitalter der Orientalisten

Der Begriff UMMI:
• Ummi kommt im Koran in verschiedenen Kontexten 6 mal vor

7/156-157:

 وَاكْتُبْ لَنَا فِي هَـٰذِهِ الدُّنْيَا حَسَنَةً وَفِي الْآخِرَةِ إِنَّا هُدْنَا إِلَيْكَ ۚ قَالَ عَذَابِي أُصِيبُ بِهِ مَنْ أَشَاءُ ۖ وَرَحْمَتِي وَسِعَتْ كُلَّ شَيْءٍ ۚ فَسَأَكْتُبُهَا لِلَّذِينَ يَتَّقُونَ وَيُؤْتُونَ الزَّكَاةَ وَالَّذِينَ هُم بِآيَاتِنَا يُؤْمِنُونَ 
„Und bestimme uns hier im Diesseits und im Jenseits Gutes! Wir sind zu Dir umgekehrt.` Gott sagte: `Mit Meiner Strafe treffe Ich, wen Ich will (und der sie verdient hat). Aber Meine Barmherzigkeit kennt keine Grenzen. Und Ich werde sie denen zukommen lassen, die gottesfürchtig sind und die Zakatsteuer geben, und die an Unsere Zeichen glauben.`" (7: 156)

الَّذِينَ يَتَّبِعُونَ الرَّسُولَ النَّبِيَّ الْأُمِّيَّ الَّذِي يَجِدُونَهُ مَكْتُوبًا عِندَهُمْ فِي التَّوْرَاةِ وَالْإِنجِيلِ يَأْمُرُهُم بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَاهُمْ عَنِ الْمُنكَرِ وَيُحِلُّ لَهُمُ الطَّيِّبَاتِ وَيُحَرِّمُ عَلَيْهِمُ الْخَبَائِثَ وَيَضَعُ عَنْهُمْ إِصْرَهُمْ وَالْأَغْلَالَ الَّتِي كَانَتْ عَلَيْهِمْ ۚ فَالَّذِينَ آمَنُوا بِهِ وَعَزَّرُوهُ وَنَصَرُوهُ وَاتَّبَعُوا النُّورَ الَّذِي أُنزِلَ مَعَهُ ۙ أُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ 
„(denen) die dem schriftunkundigen Gesandten folgen, und den sie bei sich in der Thora und im Evangelium verzeichnet finden und der ihnen gebietet, was recht ist, verbietet, was verwerflich ist, die guten Dinge für erlaubt und die schlechten für verboten erklärt und ihre drückende Verpflichtung und die Fesseln, die auf ihnen lagen, abnimmt. Denen nun, die an ihn glauben, ihm Hilfe und Beistand leisten und dem Licht folgen, das mit ihm herab gesandt worden ist, wird es wohl ergehen." (7: 157)

 Paret übersetzt  hier النَّبِيَّ الْأُمِّيَّ  mit „heidnischer Prophet“. Er nimmt diese Bedeutung aus der Sure 3 Vers 69
 Dies ist ein Beispiel, wie einige Orientalisten einige Koranpassagen anders übersetzten. Wir wissen alles, dass UMMI nicht Heide, sondern ANALPHABET bedeutet. (wörtlich: ZUR MUTTER GEHÖRIG)
 وَمِنْهُمْ أُمِّيُّونَ لَا يَعْلَمُونَ الْكِتَابَ إِلَّا أَمَانِيَّ وَإِنْ هُمْ إِلَّا يَظُنُّونَ
"Unter ihnen gibt es auch lese- und schreibunkundige Leute, die von der Schrift nur falsche Wunsch-vorstellungen haben. Sie stellen nur Mutmaßungen an." (2: 78)
 Paret überetzt diesen Vers mit „Heiden, die die Schrift nicht kennen“
Das bedeutet analphabet! Hier gibt es ein Pradoxon von Paret. Um nicht paradox zu wirken, muss man den Koran als großes Ganzes sehen.

SURE 9 TEVBE- DIE BUßE

• Diese Sure ist die Fortsetzung der 8. Sura al-Enfal, deswegen befindet sich hier zu Beginn keine Basmala. Das ist die einzige Sure im Koran, wo sich zu Beginn der Surah keine Basmala befindet.  Doch warum gibt es keine Basmala? Dies bezüglich gibt es verschiedene Meinungen und Gründe:
1. Die Überlieferungen sind gespalten. Es gibt keine feste und eindeutige Überlieferung, die besagt, dass die 8. Und 9. Sure verschiedene Suren sind. Es besteht die Möglichkeit, dass es die Fortführung der 8. Sure ist. Auf Grund dessen befindet sich vorsichtshalber keine Basmala, denn  die „Basmala“ signifiziert den Anfang einer Sure
2. BARAE bedeutet ULTIMATUM, deswegen befindet sich keine Basmala. Basmala drückt die Barmherzigkeit Allahs aus, wohingegen BARAE Ultimatum bedeutet und rigide Konnotationen mit sich bringt (Rigorosität).  Diese  beiden Instanzen, auf der einen Seit Basmala und auf der anderen Seite Barae sind nicht in einem Atemzug zu erwähnen, deswegen würde es vom Sinn und von der Absicht her nicht passen

2 Übersetzungen bezüglich der 9. Surah:
 

 Hier kann man wieder einmal ersehen, dass es ein Problem bei der Übersetzung von ALLAH gibt...
Asad sagt zu dem Begriff BERAET: Dies bezeichnet eine Erklärung der Befreiung von moralischen oder vertraglichen Verpflichtungen mit den betreffenden Personen oder Personengruppen

9/ 2:
فَسِيحُواْ فِي الأَرْضِ أَرْبَعَةَ أَشْهُرٍ وَاعْلَمُواْ أَنَّكُمْ غَيْرُ مُعْجِزِي اللّهِ وَأَنَّ اللّهَ مُخْزِي الْكَافِرِينَ
• „So bewegt euch 4 Monate lang (Raceb, Zülade, Zülhicce und Muharrem)
• Es wird berichtet, dass diese Sure im 9. Jahr nach der Emigration nach Medina gepffenbart wurde.
• Die Ungläubigen annulieren alle Verträge mit den Muslimen, die vorher beschlossen wurden
„Wisset, dass ihr euch Allah nicht entziehen könnt“ عجز= „schwach, ohnmächtig machen, lähmen.“
„Und das Allah die Ungläubigen demütigen wird“ خزى = niedrig, verworfen sein- erniedrigen, entwerten
 Diese Sure zeigt auf, dass Allah den Ungläubigen Zeit- eine Kündigungsfrist von 4 Monaten bietet, damit sie sich endgültig entscheiden, welchen Weg sie einschlagen möchten. Dies zeigt zugleich auch, dass Allah immer eine Tür offen lässt und die Gelegenheit bietet aus seinen Fehlern zu lernen und sich Allah zuzuwenden. Auch für die Muslime bedeutet dies, dass man bei allem nicht so voreilig sein sollte und sabir bieten sollte. Aber zugleich wird hier auch erwähnt, dass man sich entweder an Abmachungen hält und in Frieden lebt, oder die Abmachungen nicht einhält und dafür dann büßt

9/ 3:
وَأَذَانٌ مِّنَ اللّهِ وَرَسُولِهِ إِلَى النَّاسِ يَوْمَ الْحَجِّ الأَكْبَرِ أَنَّ اللّهَ بَرِيءٌ مِّنَ الْمُشْرِكِينَ وَرَسُولُهُ فَإِن تُبْتُمْ فَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ وَإِن تَوَلَّيْتُمْ فَاعْلَمُواْ أَنَّكُمْ غَيْرُ مُعْجِزِي اللّهِ وَبَشِّرِ الَّذِينَ كَفَرُواْ بِعَذَابٍ أَلِيمٍ
„Am Tag der großen Pilgerfahrt“ / oder „Am großen tag der Pilgerfahrt“
 Es gibt einen Gedanken dazu, der besagt, dass sich die Verse 2 und 3 auf die „Abschiedspilgerfahrt“ des Propheten beziehen. Dies würde bedeuten, dass die Sure nicht im 9. Jahr, sonder im 10. Jahr der Hidjra geoffenbart wurde.

Ebu`l Esved ed_Dueli: war der erste, der mit den HARAKA (VOKALİSİERUNG ) des Korans angefangen hat
Der Qur´an wurde spater in kufischer Schrift geschrieben. Die Unklarheit der kufischen Schrift, wie bereits erwähnt, machte es erforderlich, dass eine Organisation für die Erhaltung, Überlieferung und Lesung des Qur´an entstand. Doch auf diese Weise konnte die Schwierigkeit der Unklarheit nicht allgemein behoben werden. Nur die Überlieferer und diejenigen, die den Qur´an auswendig konnten, kannten die richtige Aussprache des Qur´an. Den anderen fiel es schwer, die Schrift auf Anhieb korrekt zu lesen. Aus diesem Grunde führte gegen Ende des ersten Jahrhunderts Abu al-Aswad al-Duali, ein Gefährte Imam Alis (a.), der unter der Anleitung des Imams die arabische Grammatik verfasst hatte, auf Anweisung des Umayyaden-Kalifen Abd al-Malik die diakritischen Zeichen für die Buchstaben ein und behob auf diese Weise die Unklarheit der Schrift einigermaßen.
Spater entstanden die Längezeichen sowie die Zeichen für Kurzvokale, Vollständigkeit und Endungen, durch die die Unklarheiten der Aussprache beseitigt wurden..
Murad W. Hofman: aus dem Buch „Der Islam als Alternative“
GEWALT oder TOLERANZ

• Religiöser Pluralismus ist im Islam/im Koran gewollt (5/48). Dies ist im Gegenzug/ als Antithese zum christlich-katholischenm Dogma des „EXTRA ECCLESIAM NULLA SALUS“ (Kein Heil außerhalb der Kirche) zu sehen.
• Kernstück dieser Toleranz und gewaltfreien, praktische Duldsamkeit, ist die fundamentale Aussage des Korans (2:256) „Es gibt keinen Zwang im Galuben“
 الدين في ‎ إكراه لا / lā ikrāha fī d-dīn
• Des Weiteren erwähnt Hofman die Sure 18:29:
وَقُلِ الْحَقُّ مِن رَّبِّكُمْ فَمَن شَاء فَلْيُؤْمِن وَمَن شَاء فَلْيَكْفُرْ إِنَّا أَعْتَدْنَا لِلظَّالِمِينَ نَارًا أَحَاطَ بِهِمْ سُرَادِقُهَا وَإِن يَسْتَغِيثُوا يُغَاثُوا بِمَاء كَالْمُهْلِ يَشْوِي الْوُجُوهَ بِئْسَ الشَّرَابُ وَسَاءتْ مُرْتَفَقًا
•  jedoch sei erwähnt, dass er die Verse aus seinem Kontext und seinem Zusammenhang reißt und nur eine kleine Stelle nennt. Im Weiteren Verlauf werden die Ungläubigen mit dem Höllenfeuer bestraft...
• Der Koran möchte vom Menschen, dass er nachdenkt . Fast in jeder Sure fordert Allah den Menschen dazu auf, nachzudenken, seinen Verstand zu nutzen („Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen SAPERE AUDE“ sagte Kant. Dies wird in der Aufklärung sehr gern benutzt. Der Koran allerdings hat schon vor mehr als 1400 Jahren darauf aufmerksam gemacht... Ein Gläubiger soll die Früchte seines Verstandes nutzen und sich von TAKLIT-der Nachahmung befreien.
„Nur wenn taklit zu tahkik (Verwirklichung) führt, ist es akzeptabel“
• Es gibt religiös eingefärbten Terrorismus ÜBERALL. Im Westen ist/war es die Rote Arme, Eta, etc, im Orient sind es die Al-Kaida, Dschihadisen etc...
• Es gibt in den Islamischen aber auch anderen Ländern folgendes Phänomen: „PERIODE FIBERHAFTER, RIGORISTISCHER; AM WORTLAUT KLEBENDE INTOLERANZ“
• „Religion ist Aufrichtigkeit und Frieden“
• Das Toleranzgebot des Islams, gilt sowohl nach INNEN, als auch nach AUßEN

GAZZALi „Ihya-u Ulumi`d- DIN احياء علوم الدين“
 Ulumud-din= religionswissenschaft; Ihya= wiederbeleben, revitalisieren
 Gazzali`s Ziel war es, die Religionswissenschaften zu beleben, eine tiefe Bedeutung zu geben, eine Seel zu schenken. Beim gebet z.B soll man nicht nur die religiöse Pflicht sehen, sondern die tiefe Bedeutung und jede Bewegung und jeden Augenblick genießen
 Sein Werk besteht aus 40 Teilen (4 Hauptteile RUBU)

Sein 37. Buch Kitabu`n Niyya كتاب النية : DAS BUCH DER INTENTION
 El ihlas الاخلاص = (transitiv) rein machen; muhlisin= diejenigen, die ihre Aktivitäten nur u Allahs Willen wegen machen. Sie beabsichtigen nur den Willen Allahs und machen es um ihn in bester und schönster Weise zu dienen und seinen Wohlgefallen zu erlangen; HALIS= rein, pur. Die Übersetzung von Bauer lautet: „Lautere Religion“
 El Alimun العالمون= nicht nur Erkenntnis, sondern vielmehr tiefere Kenntnis!
Alle Handlungen müssen rein sein. Sie dürfen nur um Allahs Wohlgefallen erlangen zu wollen ausgeführt werden.
 Riya ريا= Augendienerei. Ist das Gegenteil von HALIS.
 FADILETÜ`N NIYYA فضيلة النية = wird wie folgt übersetzt: „ Vortrefflichkeit er Intention“, weil in anderen Ausgaben „تفصيلة الاعمال المتعلقين“ steht...

1. Die Vortrefflichkeit der Intention:
a) Im Koran wird für NIYYA-INTENTION auch andere Wörter benutzt
b) In Hadithen wird auf die reine Intention aufmerksam gemacht

- Hadith1 :
إنما الأعمال بالنيات و إنما لكل امرئ ما نوى
„Die Handlungen richten sich allein nach den Intentionen und jedem Mann kommt das zu, was er beabsichtigt“

- Hadith2:
„Von den Märtyrern meines Volkes sind die meisten in ihren Betten
ge-storben, und Allah weiß, was mancher von denen, die zwischen den Schlachtreihen gefallen sind, für eine Absicht gehabt hat.“ (Ahmad)
 Die Intention reicht, auch wenn einer nicht die Ehre hat auf dem Schlachtfeld zu sterben, wird er als Märtyrer angesehen und so bewertet.
 Das Herz ist der Sitz der Intention. Allah guckt in unsere Herzen und weißt was vor sich geht

 

9/4:
إِلاَّ الَّذِينَ عَاهَدتُّم  مِّنَ الْمُشْرِكِينَ  ثُمَّ لَمْ يَنقُصُوكُمْ  شَيْئًا وَلَمْ يُظَاهِرُواْ  عَلَيْكُمْ أَحَدًا فَأَتِمُّواْ إِلَيْهِمْ عَهْدَهُمْ إِلَى مُدَّتِهِمْ إِنَّ اللّهَ يُحِبُّ الْمُتَّقِينَ
 Ein sehr wichtiger Aspekt bei diesem Vers ist, dass Allah diejenigen, sich ihrer Pflicht bewusst sind und gewissenhaft handeln, also ihre Versprechen einhalten und damit zur vertraulichen zwischenmenschlichen İnteraktion beitragen als MUTTAKİ (الْمُتَّقِينَ). الوفاء بالعهود ist ein sehr zentraler Aspket der islamischen Ethik. Dies gilt nicht nur für Muslime, sondern auch für Nicht-Muslime


9/5:     SCHWERT VERS
فَإِذَا انسَلَخَ الأَشْهُرُ الْحُرُمُ فَاقْتُلُواْ الْمُشْرِكِينَ حَيْثُ وَجَدتُّمُوهُمْ وَخُذُوهُمْ وَاحْصُرُوهُمْ وَاقْعُدُواْ لَهُمْ كُلَّ مَرْصَدٍ فَإِن تَابُواْ وَأَقَامُواْ الصَّلاَةَ وَآتَوُاْ الزَّكَاةَ فَخَلُّواْ سَبِيلَهُمْ إِنَّ اللّهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

 Der vielleicht am meisten diskutierte Vers des Korans. Insbesondere westliche Medien stürtzen sich auf diesen Vers. Insbesondere nach Terroranschlaegen wird bei offnene Podiumsdiskussionen über diesen Vers und generell den İslam und Gewalt gesprochen.  Das Problem besteht darin, dass man den Koran nicht als grosses Ganzes sehen möchte. Es ist zwingend notwendig den Koran als Ganzes zu betrachten, denn sonst verlieren die Verse ihre Ganzheit und ihre Bedeutung. In der Koranexogenese gibt es einen wichtigen Apekt zum Koranverstaendnis: NASH-DİE ABBROGATİON! Demnach gibt es eine Verse, die von anderen Versen als ungültig erklaert werden. Eines dişer abbrogierten Verse ist dieser. Wenn man das gegentailige behaupten würde und sagen würde dieser Vers würde die anderen Verse (c.a 200) abbrogieren, waere das eine unrealistische und absürde Zumutung. Des Weiteren kann man sagen, dass hier nicht verlangt wird, dass man alle Unglaeubigen töten soll, sondern nur diejenigen die ihr Versprechen nicht eingehalten haben und die Muslime bedraengen! Allerdings sei erwaehnt, dass man nicht sagen kann, dass die Muslime nur dann Kriege führen dürfen wenn sie angegriffen werden. Assad sagt naemlich, dass der Dschihad nur ein Verteidungsakt ist. Dies stimmt nicht ganz. Dies bezüglich gibt es in der islamischen Jurisprudenz einige Kapitel, sogar einige Werke die das Kriegsrecht regulieren السير von İmam Muhammed ist nur ein Beispiel.
 

 Almosen ist nicht Dasselbe wie ZAKAT. ZAKAT ist eine Pflichtgabe und hat in der islamischen Jurisprudenz bestimmte Vorgaben.  Ausserdem hat es noch eine weitere Bedeutung: REİNİGUNG . Das heisst mit der Abgabe einer bestimmten Summe  reinigt man sein Hab und Gut . Almosensteuer ist eher ein Äquivalent für SADAKA
 Beide übersetzen SALAT mit Gebet. Doch auch SALAT wird im nichtmuslimischen Kontext anders interpretiert. Das Gebet der Muslime ist sehr anders.
Es sei noch grammatikalisch erwaehnt, dass auch wenn man die Abbrogation des Schwert Verses nicht akzeptiert, man allein der Grammatik zur Folge darauf kommen kann, dass nicht alle Götzendiener gemeint sind, sondern bestimmte (diejenigen, die sich nicht an die Abmachungen gehalten haben). Denn vor dem Wort GÖTZENDİENER steht der arabische Artikel ال. Dies zeigt, dass nicht alle, sondern die in diesem Kontext erwaehnten gemeint sind

 

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