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Islamische Rechtswissenschaft FIQH Islam

Islamische Rechtswissenschaft FIQH

Islamische Rechtswissenschaft FIQH (Teil 1)

Ableitung islamischer Bestimmungen aus den Quellen des Islams und die Grundprinzipien

 

Der Islam ist eine Religion der Zwischenmenschlichkeit und der Ergebenheit zu Allah.  In der Geschichte des Islams ging es ständig darum, neue gesellschaftsspezifische und sozialpsychologische Aspekte den Richtlinien der Religion adäquat zu erschließen. Als der Prophet Muhammed (Auf ihn Allahs Segen und Frieden)  noch am Leben war und der Koran bis kurz vor seinem Tod noch herab gesandt wurde, gab es keine Schwierigkeiten neue Lösungsmöglichkeiten zu erschließen. Denn der Prophet ist der lebende Koran und somit die lebende islamische Quelle. Doch nach seinem Tod im Jahre 632 mussten sich die Muslime neue Wege erschließen, um neue gesellschaftsspezifische und sozialpsychologische Aspekte den Richtlinien der Religion adäquat zu erschließen. Von Tag zu Tag expandierte das muslimische Territorium. Neue Kulturen, Religionen und insbesondere neues Gedankengut kamen in die islamischen Territorien. Neue Methoden mussten entwickelt werden. Disziplinen und Methodenlehren wie „ilmu`l-kalam“, „ilmu`l-fikh“ und „ilmu´l-hadis“  entstanden. Insbesondere „Usul al-Fiqh“ ist sehr wichtig und zentral.  Die „Usul al-Fiqh“ ist die Wissenschaft, die sich mit der Methodik beschäftigt, wie aus den beiden Grundquellen des Islams- dem Koran und der Sunna- Rechtbestimmungen abgeleitet werden.

Die muslimischen Gelehrten haben  die Aufgabe, aus den islamischen Quellen rechtliche Bestimmungen abzuleiten. Damit diese „rechtliche Bestimmung“ aus den islamischen Quellen regelkonform, systematisch und gedanklich stringent ist, haben sich spezifische Methoden entwickelt. Abu Hanifa war der erste, der diese Methode entwickelt hat. Mit Abu Hanifa hat das systematische, gedanklich stringente und methodische Denken und rechtliche Bestimmungen erschließen angefangen. Mit ihm war ein neues Zeitalter angebrochen, in der die Muslime auch neue Sachverhalte und Rechtlagen den islamischen Grundprinzipien entsprechend erschließen konnten.  Insbesondere die Schüler von Abu Hanifa haben seinen Ansatz fortgesetzt und vervollständigt.  Doch Abu Hanifa und seine Schüler waren nicht die einzigen, die ein neues System entwickelten. Viele andere Gelehrte entwickelten neue Methoden. Nach Abu Hanifa kamen Imam Malik und Imam Schafi, sowie Ahmet Ibn Hanbel. Diese genannten Imame sind die Gründer der vier klassischen islamischen Rechtsschulen.

Imam Schafi war der Erste, der die Prinzipien des Usul al-Fiqh niederschrieb. „Ar-Risala“ (= „Die Botschaft) hieß sein Werk. Es ist eine Abhandlung über die Fundamente des islamischen Rechts. Alle vier rechtschulen haben sehr wichtige Werke und Abhandlungen über die Methodenlehre der Ermittlung rechtlicher Bestimmung aus den Quellen des Islams verfasst. Wir möchten hier einige sehr wichtige nennen:المؤلفات في علم اصول الفقة

  1. Ar-Risala, الرسالة  İmam Sâfii (˦204)
  2. Al-Fusul fi’l-usul, الاصول  Cessas (˦370), Schüler von Kerhi, der Oberhaupt der Hanefitischen Schule in Bagdat. Sehr ausführlich und das erste technich nahezu perfekt verfasste Werk
  3. et-Takrîb ve'l-irşâd fî usûli'l-fıkh, Bakıllanî, (˦403).
  4. eş-Şeriyyât, الشرعيات  Kadî Abdulcebbar (˦415).
  5. Takvim`ul-Edille,  تقويم الادلة في الاصول ed-Debusi (˦430).
  6. el-İhkâm fi Usûl`il-Ahkam,  الاحكام في اصول الاحكام İbn Hazm ez- Zahiri (˦456).
  7. el-Varakât, الورقات  İmamu’l-harameyn el-Cuveyni (v.478)
  8. el-Usul, الاصول  Pezdevi (v.482), nach Cessas einer der wichtigsten hanefitischen Gelehrten
  9. Usul`üs-Serahsi, اصول السرخى  Serahsi (v.490),Eines der besten und wichtigsten Werke der Methodenlehre
  10. el-Mustasfa,   المستصفى من علم الاصولİmam Gazzali (v.505), Safii, Eşarî.

Neben dem Koran und der Sunna des Propheten gibt es weitere wichtige Quellen, die die Gelehrten benutzen:

  • Die Heranziehung von ahad-Hadithen: Ahad Hadithe sind die Aussprüche des Propheten, die in irgendeiner Überlieferungskette nur von einem RAVI (Überlieferer) überleifert wurden. Diese Art der Hadithe machen den Größten Teil der Sunnah aus
  • Idschma`:  ein Konsensus der islamischen Gelehrten bezüglich eines Themas, das im Koran und der Sunnah nicht vorgefunden wurde.
  • Qijas: Analogieschluss. Ein bereits vorhandenes Urteil und Lösungsansatz wird zur Lösung eines ähnlichen Falles zur Hilfe genommen
  • İstihsan: ein Rechtsurteil durch ein anderes Rechtsurteil revidieren. Bsp: In der Mietwohnung zu bleiben ist eigentlich nicht legitim, doch dadurch, dass Städte entanden und in Mietwohnungen zu leben gängig wurde, wird dies durch istihsan legitimiert. Die Gesetze/das islamische Recht ändert sich mit der Zeit.
  • Urf: Die Sitten, Gebräuche, Werte und Normen einer Gesellschaft sind vehement wichtig bei der Urteilsfällung
  • Maslaha: Das Gemeinwohl des Volkes ist das zentrale Bestreben des Islams und deswegen bei der Bestimmung von Rechtsfällen sehr wichtig
  • (...)

Diese Methoden zeigen und, dass die islamische Rechtbestimmung nicht  nur durch den Koran und der Sunna erfolgt. Es sind mehrere wichtige Komponente, die einander angereiht ein großes Ganzes ergeben. Der Islam beinhaltet ein in sich und nach außen komplexes und stabiles Rechtssystem, was ermöglicht, neue Situationen und Probleme zu lösen. Der Islam ist eine lebende Religion, welches den Gläubigen ermöglicht, sich weiterzubilden und neue Sachverhalte zu erschließen. Solange man innerhalb der islamischen Grenzen bleibt und die Fundamente der Religion nicht verletzt, kam man durch die Methodenlehre der Ermittlung rechtlicher Bestimmungen aus den Quellen des Islams neue Situationen bewältigen.  Dies muss nicht immer nur im Bereich des gerichtlichen Verfahrens oder der Gebete sein. Fikh wird in drei Bereiche aufgeteilt:

  • Ibadat:  Der Bereich der Gebete und allgemein der perönlichen Beziehung des Individuums zu Allah
  • Ukubat: Der Bereich der Bestrafungen für Rechtsfälle
  • Muamalat: Der Bereich, der sich mit den zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen beschäftigt

Dieser letzter Bereich, der Bereich der Muamalat ist der größte und wichtigste Bereich. Nicht von daher ist es, dass es hierzu unzählige Überlieferungen des Propheten (Auf ihn Allah Segen und Frieden) gibt:

'Mumin ist der, der mit anderen gut auskommt und mit dem andere gut auskommen. Wer mit anderen nicht gut auskommt oder mit wem nicht ausgekommen werden kann, an dem ist keine Wohltat.'[1]

“Der wohltätigste unter den Menschen ist der, von dem der meiste Nutzen für die Menschheit ausgeht. [2]

„Derjenige, der sich mit Körper und Vermögen anstrengt, ist wohltätiger, als der der, um sicher vor dem Übel der Menschen zu sein, sich in ein Tal zurückzieht, und seine Zeit dort mit Gebeten verbringt.“[3]

'Die Gemeinschaft ist Barmherzigkeit, die Spaltung, die Trennung ist eine Qual'[4]

 

(…)

 

T&I

 

 

[1]El- Cami'us Sagir: S. 548, Hadis no: 9146

[2]aaO, Hadis no: 9147

[3]Sahih-i Buhari-İst: 1401

[4]El-Camiu's-Sagir, s. 220, Hadis no: 3624

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